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AGC® Galvanotechnik - Tipps
Präparationsempfehlungen
Diese Präparationsanleitung basiert auf Empfehlungen von Dr. G. Diedrichs im Buch "Galvanoforming - Bioästhetik in der restaurativen Zahnheilkunde", Verlag Neuer Merkur 1995, und baut auf dem Basiskonzept für die Präparationstechnik des Internationalen Institutes für Zahnärztliche Arbeitswissenschaft und Technologie (Leiter Dr. K. Kimmel) auf, wie es im Dental-Vademekum seit 1989 festgelegt ist.
Pfeilerzahnvorbereitungen
Bei der Pfeilerzahnpräparation müssen Stumpfaufbauten und Aufbaufüllungen im Vorfeld des Beschleifens durchgeführt werden. Ein späteres Ausblocken auf dem Modell oder durch das Zementierungsmaterial ist zu unterlassen.
Kronen und Ankerkronen
Jeder überkronungsbedürftige Zahn kann langfristig und mit gutem Erfolg mit einer Galvanokrone versorgt werden. Der Zahnstumpf sollte für die Aufnahme einer Galvanokrone möglichst glatt, ohne Rillen und andere Unebenheiten mit deutlicher Präparationsgrenze präpariert werden. Eine ausgeprägte Hohlkehlpräparation oder Stufe mit abgerundeter Innenkante ist die Präparationsform der Wahl; eine Tangentialpräparation ist kontraindiziert.

Wichtig: Die okklusale, linguale bzw. palatinale Reduktion der Zahnhartsubstanz muss 1,2 bis 1,4 mm betragen, um eine Keramikschichtdicke von 1 bis 1,2 mm erzielen zu können.
Frontzahn
1 mm Tiefenmarkierer erleichtern die anatomische Präparation in definierter Mindestschichtstärke von 1,2 mm im Glattflächen- und 1,8 bis 2 mm im Inzisalbereich. Zusätzliche Wasserkühlung.

Abtragen der Schneidekante und zielgerichtete hohlkehlförmige Präparation der Approximalflächen mit dem Torpedo, ggf. Schutzmatrize für den Nachbarzahn.

Umfangpräparation mit leichter Konizität und Anlegen der zirkulären Hohlkehle mit den 014-Torpedos, ausreichendes Reduzieren der Oral- bzw. Okklusalflächen und Abrunden der Kanten.

Kontrolle und Finish: anatomische Hohlkehlpräparation ohne Kanten oder Unterschnitte, Glätten der Präparation mit formkongruenten HM-Finierern bei 15000 bis max. 40000 U/min oder formkongruenten extra-feinen Diamantfinierern.
Seitenzahn
Tiefenmarkierungen mit dem 1 mm Tiefenmarkierer und dem 1,4 mm Torpedo erleichtern auch im Seitenzahnbereich die anatomische Präparation in definierter Mindestschichtstärke von 1,2 mm in Glattflächen- und 1,8 bis 2 mm im Okklusalbereich. Zusätzliche Wasserkühlung.

Reduzieren der okklusalen Zahnhartsubstanz und zielgerichtete hohlkehlförmige Präparation der Approximalflächen mit dem Torpedo, ggf. Schutzmatrize für den Nachbarzahn.

Umfangpräparation mit leichter Konizität und Anlegen der zirkulären Hohlkehle mit den Torpedos und Abrunden der Kanten.

Kontrolle und Finish: anatomische Hohlkehlpräparation ohne Kanten oder Unterschnitte, Glätten der Präparation mit formkongruenten HM-Finierern bei 15000 bis max. 40000 U/min oder formkongruenten extrafeinen Diamantfinierern.
Entscheidend für eine gute Prozess- und Ergebnisqualität
  • ausreichende Kühlmedienmenge (mind. 50 ml/min)
  • in dieser Anleitung bzw. den Herstellerangaben genannte Drehzahlbereiche
  • Vermeidung kantiger Präparationen durch abgerundete Schleifkörperform
  • rationelles Schleifen bei möglichst geringer Rauhtiefe durch mittlere Diamantkörnung und formkongruente Finierer
  • Abformung
    Wegen der verfahrensbedingten Genauigkeit und Präzision der AGC® Galvanotechnik hat die Abformung besonders sorgfältig zu erfolgen. Dies gilt sowohl für Kronen als auch für Ankerkronen. Es ist wichtig, den exakten Präparationsrand und einen Bereich apikal der Präparationsgrenze genau in der Abformung wiederzugeben und später auf die Modellsituation zu übertragen.
    Gingivaverdrängung
    Bei epigingival und subgingival liegenden Präparationsgrenzen gestaltet sich die Übertragung der Mund- auf die Modellsituation schwierig. Die exakte Darstellung der Präparationsgrenze bei gesunden parodontalen Verhältnissen erfolgt lege artis mit den Methoden der Gingivaverdrängung.
    Zementierung
    Festsitzender galvanokeramischer Zahnersatz muss sofort definitiv zementiert werden. Eine provisorische Eingliederung von galvanokeramischen Kronen, Brücken oder Einlagefüllungen ist kontraindiziert.

    Für die definitive Zementierung eignen sich die modernen Glasionemerzemente, Zinkphosphatzemente sowie Compositebefestigungsmaterialien (in diesen Fällen hat mittels Watterollen oder Kofferdamm eine Trockenlegung des Arbeitsgebietes zu erfolgen). Die Verwendung von Zinkphosphatzementen und Glasionomerzementen beim Einsetzen von galvanokeramischen Restaurationen ist Composites vorzuziehen.

    Es ist darauf zu achten, daß möglichst feinkörnige Zementsorten verwendet werden, um die präzise Passform der Galvanokronen auch nach dem Zementieren zu gewährleisten. Den Gebrauchsanweisungen der jeweiligen Zementhersteller ist unbedingt Folge zu leisten. Weiterhin ist darauf zu achten, dass ein ausreichender Zementspalt vorhanden ist.

    Vor dem definitiven Zementieren müssen die Innenflächen der Kronen mit Alkohol entfettet werden. Die Zahnstümpfe sollten mit Bimspaste gesäubert und sorgfältig mit Wasser abgesprayt werden. Kurz vor Eingliedern der Restauration nochmals mit dem Luftbläser trocknen. Die Kronen dürfen keinesfalls vollständig mit dem Befestigungszement aufgefüllt werden. Aufgrund der guten Passung der Galvanogerüste ist es ausreichend, die Innenfläche der Restauration nur dünn mit einem Pinsel deckend zu bestreichen. Die Restaurationen können nun auf den präparierten Stumpf aufgeschoben werden. Bei sehr paralleler Pfeilerzahnpräparation kann es notwendig sein, den Zementiervorgang durch Pumpbewegungen zu unterstützen, um überschüssigen Zement nach apikal in Richtung Restaurationsrand zu schieben.

    Wenn die Restaurationen in der definitiven Position sitzen, empfiehlt es sich, den Patienten auf Watterollen oder Weichholzstäbchen aufbeißen zu lassen. Diese Position muss über den initialen Abbindezeitraum (5 bis 10 Minuten) durch den Patienten eingehalten werden.

    Quelle: Wieland Dental + Technik, Pforzheim