Zahngesundheit: 3D-Implantatplanung nimmt Patienten Angst vor Zahnimplantaten
Steaks statt weiche Würstchen
Manfred B. hat nicht gut Lachen. In der Grillsaison muss er sich mit
weichen Wurststückchen begnügen.
An den wenigen Zähnen, die er noch hat, kann seine Prothese nicht mehr optimal
befestigt werden. Harte Speisen kann er kaum kauen. Bei seinem nächsten
Zahnarztbesuch äußert er seinen Wunsch: festsitzende Zähne. Sein
Zahnarzt, Dr. Alexander Schorm aus Maichingen, hat die Lösung: Zahnersatz
auf der Basis von Implantaten, das sind künstliche Zahnwurzeln, die in
den Kiefer eingepflanzt werden. "Das Gefühl ist wie bei natürlichen
Zahnwurzeln", versichert Dr. Schorm.
B. ist skeptisch. Neben den hohen
Kosten schreckt ihn die Operation. Was ist, wenn bei der
Zahnimplantation der Nerv getroffen wird? Dr. Schorm stellt ihm ein
innovatives Verfahren vor, das dem Patienten mehr Sicherheit bietet: die
computergestützte dreidimensionale Implantatplanung. Der Zahnarzt nimmt
Abdrücke vom Kiefer. Im zahntechnischen Labor wird daraus eine
Schablone aus Kunststoff hergestellt, auf der die künstlichen Zähne
aufgestellt werden. Mit dieser Schablone geht B. zum Radiologen ins
Kreiskrankenhaus Böblingen. Dort wird ein Computertomogramm des Kiefers
mit der Schablone erstellt. Die so gewonnenen Daten werden auf CD
gebrannt und an den Zahnarzt geschickt. Mit einer Software kann dieser die
optimale Position der Implantate am Computer simulieren. Der Verlauf
der Nerven im Kiefer wird ebenso berücksichtigt wie das
Knochenangebot.
Schablone und Daten aus der Implantatplanung kommen
zunächst ins zahntechnische Labor, in diesem Fall zur Walsdorff
Zahntechnik GmbH in Sindelfingen. "In die Schablone setzen wir mit einem
speziell hierfür entwickelten Gerät Bohrhülsen exakt an die zuvor am
Computer geplanten Stellen", erläutert Zahntechnikermeister Thomas
Walsdorff. "Eine genaue Übertragung wird dabei durch verschiedene
Sicherungsmechanismen gewährleistet. Die so erstellte Bohrschablone
schicken wir wieder an den Zahnarzt." Das Labor hat mit der Erstellung
von Bohrschablonen auf der Basis von 3D-Planungen bereits mehrjährige
Erfahrung.
Dann setzt der Zahnarzt die Implantate mit Hilfe der
Bohrschablone. Bei der OP gibt die Bohrhülse die Richtung und Länge der
Bohrung vor. "Das verkürzt die Operationszeit und bedeutet Sicherheit und
weniger Stress", erklärt Dr. Schorm. Den Patienten schickt er mit einer
provisorischen Versorgung nach Hause.
Nach drei Monaten wird dann der
im Dentallabor erstellte endgültige Zahnersatz eingesetzt. Jetzt hat B.
wieder gut Lachen: Mit seinen neuen Zähnen kann er auch wieder sein
Lieblingsessen - Rindersteak - unbeschwert genießen. "Nächstes Mal
würde ich mir die Implantate früher setzen lassen! Das ist jeden Tag ein
enormer Gewinn an Lebensqualität, und der ist jeden Cent wert."
Quelle: Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung, Wochenblatt vom 2. August 2007, Ausgabe Nr. 31, Seite 10,
Sonderveröffentlichung Zahntechnik und Zahngesundheit im August 2007